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Biologisches Prinzip

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Verfahren  
Ginzler-Kleinkläranlagen werden nach der aktuellen ÖNORM EN 12566-3 bemessen und arbeiten nach dem Belebtschlammverfahren mit einem vertikal durchströmten Nachklärbecken. Ginzler-Kleinkläranlagen weisen hervorragende Reinigungsleistungen auf - die gesetzlichen Ablaufwerte werden sogar noch unterschritten!

Ginzler-Kleinkläranlagen basieren auf dem Prinzip der vollbiologischen Reinigung, wobei Mikro-organismen die Schmutzstoffe abbauen.
     

Zulaufbereich  
Der Zulaufbereich besteht aus einem Einlaufrohr und einem Grobschmutzfang im Belebungsbecken. Hier befindet sich auch der Zulauf bzw. das Kanalende. Aber nicht nur frisches Abwasser wird in den Zulaufbereich eingeleitet, sondern auch der Rücklaufschlamm aus dem Nachklärbecken. Periodisch eingeblasene Luft durchmischt den Inhalt des Zulaufbereichs und hilft beim Auflösen von Stoffen, die biologisch abbaubar sind. Im oberen Bereich des Tauchrohres ist ein Grobstofffanggitter eingebaut, sodass Teile, die sich nicht im Wasser auflösen - wie Textilien, Kunststoffe und ähnliches - hier zurückgehalten und in einem gewissen Zeitintervall aus der Anlage herausgenommen werden können.
 
         

Belebungsbecken
Vom Zulaufbereich gelangt das frische Abwasser (vermengt mit Rücklaufschlamm) in das Belebungsbecken. Hier erfolgt der annähernd vollständige Abbau von Stickstoff und Kohlenstoff durch biologische Mikroorganismen. Der dazu notwendige Sauerstoff wird über feinporige Membranbelüfter eingebracht, um einerseits eine gute Sauerstoffausnützung und andererseits eine Aufwirbelung des Schlammes zu erreichen, damit keine Ablagerungen am Boden entstehen und auch schwerere Stoffe ständig in den Reinigungsprozess zurückgeführt werden. Deshalb sind diese Belüfter am Boden des Belebungsbeckens angebracht.

Die Belüftungsdauer und die Intervalle der Belüftungszeiten richten sich nach der tatsächen Belastung des Abwassers und können einfach an der Steuerung eingestellt werden. Diese speicherprogrammierbare Steuerung ermöglicht auch die Anpassung der Einschalt- und Belüftungszeiten bei unregelmäßiger Schmutzstoffbelastung (Tag/Nacht; Wochentage/Wochenende).

      

Nachklärung
Über eine Öffnung im untersten Bereich der Nachklärzone gelangt das gereinigte Belebtschlamm-/Wassergemisch in die Nachklärzone, wo eine Trennung erfolgt zwischen Belebtschlamm und Reinwasser; Reinwasser steigt an die Oberfläche, Belebtschlamm setzt sich am Boden ab und vermischt sich mit dem Belebtschlamm im Belebungsbecken. Die Nachklärbeckenzone ist durch eine Tauchwand vom Ablaufrohr getrennt. Dadurch entsteht ein Schacht mit gereinigtem Abwasser zur Probeentnahme. Sollte sich Schwimmschlamm im Nachklärbecken bilden, so kann er durch die Tauchwand nicht mit dem Klarwasser die Anlage verlassen, sondern wird über einen eigenen Schwimmschlammabzug von der Oberfläche abgezogen und in das Belebungsbecken gepumpt. Zur Drucklufterzeugung wird ein ausreichend dimensioniertes Gebläse eingesetzt.

     

Die vollbiologische Reinigung des Abwassers führt zu einer Konzentration des Schlammes, d.h. mit der Dauer des Betriebes erhöht sich die Schlammmenge in der Kläranlage und muss von Zeit zu Zeit herausgenommen werden. Dieser Schlamm ist aerob stabilisiert, geruchsfrei und kann verschiedenartig verwertet werden: Kompostierung, landwirtschaftliche Ausbringung oder Entsorgung auf Großkläranlagen. Achten Sie dabei auf etwaige Klärschlamm-, Müllkompost- und Bodenschutzverordnungen (z.B.: Vorschriften über Klärschlammuntersuchungen).

Wir empfehlen die Deponierung des Überschussschlammes in einem eigenen Schlammspeicher. Falls erforderlich kann die Anlage mit einem Überschussschlammheber  ausgerüstet werden. Dieser ist mit dem Schlammspeicher oder einer vorhandenen dichten Drei-kammerfaulgrube oder Senkgrube zu verbinden. Ebenso zu verbinden ist der Trübwasserrücklauf des Schlammspeichers mit dem Zulauf der Kläranlage. Durch die Kontrolle des Schlammgehaltes stellen Sie fest, wann Sie Schlamm entnehmen müssen (siehe Bedienungsanleitung).

Durch den Einbau eines Schlammspeichers bzw. den Anschluss an einen vorhandenen Behälter verlängern sich die Entleerungsintervalle enorm. Mehr darüber!

Die reibungslose Funktion der Abwasserreinigungsanlage ist auch bei Stoßbelastungen gegeben (etwa eine Badewannenfüllung). Durch die großzügige Dimensionierung der Nachklärung kann ein Schlamm-abtrieb so gut wie ausgeschlossen werden. Die hohe Belebtschlammdichte sorgt dafür, dass ein rascher Abbau der organischen Substanzen erfolgt. Auch bei Stoßbelastungen funktioniert Ihre biologische Kleinkläranlage ausgezeichnet.

Bei ordnungsgemäßer Montage und Betrieb der Anlage gemäß unserer Bedienungsanleitung müssen für Sommer- bzw. Winterbetrieb keine spezielle Umstellungen vorgenommen werden.